Giovanni Arrighi: Adam Smith in Beijing

Einen doppelten Zweck habe sein Buch, schreibt Arrighi in seiner Vorwort:

"Zielsetzung des Buches ist ebenso sehr eine Interpretation der aktuellen Verschiebung des Epizentrums der globalen politischen Ökonomie von Nordamerika nach Ostasien in Anbetracht von Adam Smiths Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung wie eine Interpretation seines Werkes Der Wohlstand der Nationen angesichts dieser Verschiebung. (...) So wird es unvermeidlich sein, dass Leser mit wenig Geduld für Theorie oder für die Analyse weit zurückliegender und unvertrauter Zeitabschnitte oder für in der Entstehung begriffener Geschichte möglicherweise versucht sind, Abschnitte oder gar ganze Kapitel zu überspringen. (...) Als Gegenleistung bitte ich lediglich darum, das Buch als Ganzes zu bewerten und nicht nur seine Einzelteile."

Nun, ich habe das ganze Buch gelesen und sehe mich trotzdem nicht im Stande eine "Bewertung" abzugeben. Schlicht weil mir die Mittel einer kritischen Überprüfung der Thesen Arrighis fehlen. Während die beschriebene Entwicklung des Niedergangs der USA auf der einen Seite, und der Aufstieg Chinas auf der Anderen, noch nachvollziehbar ist, bleibt seine Argumentation mit Adam Smith für mich weitgehend im Dunkeln.
Gestört hat mich das nicht, die Lektüre war sehr fesseld. Es wimmelt nur so von Quellenverweisen und weiterführenden Anmerkungen. Ich nutze die Lektüre also einfach als eine Quelle zahlreicher Daten und Argumentationsstränge zur aktuellen chinesichen Entwicklung ohne den Anspruch alles einer kritischen Überprüfung zu unterziehen.
Mit dieser Methode hat die Lektüre der bei VSA erschienenen Schwarte Spaß gemacht.