Wildcat

Wildcat: Unruhen in China

Als Beilage der Wildcat Nr. 80 erscheint die 80-seitige Beilage "Unruhen in China". Die Redakton weist im Editorial der Wildcat ausdrücklich darauf hin, dass sie für die Beilage nicht verantwortlich zeichnet, sondern diese unabhängig von der aktuellen Redaktion zusammengestellt worden sei. Bei der Lektüre beider Hefte wird diese unterschiedliche Autorenschaft dann auch sehr augenfällig.
Die Broschüre ist jedenfalls sehr gelungen. Es gelingt hervorragend, die recht komplexe Entwicklung in China zu vermitteln. Dabei wird sich keinesfalls auf die inzwischen recht breit besprochene Situation der Wanderarbeiter (mingong) beschränkt, sondern die Autoren schenken der Situation auf dem Land und den Umstrukturierungen in den ehemaligen Staatsbetrieben ebenso Aufmerksamkeit. Insgesamt liegt der Fokus darauf, klar zu machen, mit welcher Vehemenz und Geschwindigkeit in China seit Ende der 70er-Jahre die Klassenverhältnisse neu zusammengesetzt werden. Deutlich wird, dass dabei weder die Bauern noch die Wanderarbeiter und auch nicht die ehemals "priviligierten" Stadtarbeiter bloße Objekte der Partei sind. Vielmehr beschreiben die Autoren eine sehr dynamische Gesellschaftsentwicklung, in der die Revolte eine große Rolle spielt.
Sehr interessant ist auch der Beitrag "Arbeiterinnen im maoistischen Patriarchat", der zum Inhalt hat, dass es mit der vielbeschworenen Befreiung aus dem feudalistischen Patriarchat unter Mao nicht allzu weit her ist.
Außerdem gibt es einen lesenswerten Beitrag über den durch ein Massaker niedergeschlagenen Aufstand von 1989, die Bewegung von Tian`anmen.

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